Hakel-Kurzmeldung


Vogelschutzgebiet Hakel PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 26. September 2010 um 11:37 Uhr

Im Hakel horsteten vor 1989 bis 136 Rotmilanbrutpaare, im nahen Huy rund 100, sensationell für die Ornithologenwelt. 60 % des Weltbestandes leben in Deutschland. Nach der Wende brach die Population zusammen, schrumpfte um 90 %.

Gravierend, so der Experte J. Matthes, wirke sich für die Vögel die Zerstörung ihrer Nahrungsreviere aus, durch starke Chemisierung, Monokulturen, wie beispielsweise des pestizidintensiven Raps. Den darf man laut EU-Regeln auf "Stillegungsflächen" anbauen, bekommt trotzdem aber die sogenannten "Stillegungsprämien" weiter. - "Dort lebt nichts mehr, dort gibt es nichts mehr zu jagen."

Schon 1980 sind in der Bundesrepublik 1822 Pflanzenschutzmittel zugelassen, weit mehr "illegale" konnte man sich problemlos aus Nachbarländern beschaffen, in der ehemaligen DDR waren es gerade mal 382, mit weit weniger Wirkstoffen. Heute werden die Mittel im Überfluss angeboten, den Landwirten von Vertretern der Chemikonzerne regelrecht aufgeschwatzt - hochkonzentrierte Agrargifte, selbst dann präventiv eingesetzt, wenn gar keine Schädlinge auftreten. Die Auswirkungen sind verheerend, nicht nur für die Insekten (Bienensterben) - die konventionelle Landwirtschaft ist heute nachgewiesenmaßen der Artenkiller Nummer eins, wie NABU-Präsident Jochen Flasbarth betont.

Außerdem werden die Wälder flächendeckend mit Autos und Motorrädern befahren - weder Polizei noch Förster schreiten gewöhnlich dagegen ein. Tiere werden wie nie zuvor bei der Jungaufzucht gestört bzw. davon abgehalten.

Der Umweltaktivist und Kormoranexperte Peter Strunk: " (...) vor lauter Verwaltungsvorschriften kommt niemand mehr aus dem Knick - der Staat will ja, dass niemand mehr irgendetwas macht. Berufsnaturschützer sind zur Handlungsunfähigkeit gezwungen".

In der EU brüten keine Schreiadler mehr, außer in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Deutschland hat eine hohe Verantwortung!!!

 

(vgl.  Klaus Hart: Naturschutz nach Gutsherrenart. Unsere letzten Schreiadler sind in Gefahr. In:   
Naturschutz heute – Ausgabe 3/00 vom 28. Juli 2000)

 

Der Hakel ist ein Naturschutzgebiet und ausgewiesenes EU-Vogelschutzgebiet!!!


SCHUTZZIEL:

Erhaltung und Entwicklung eines vielgestaltigen Laubwaldkomplexes als Lebensraum zahlreicher bestandsbedrohter Tier- und Pflanzengesellschaften, Erhaltung der für Mitteleuropa einzigartigen Artenzusammensetzung und Populationsdichte der Greifvögel.

ERHALTUNGSMASSNAHMEN:

... Besonderer Wert sollte auf die Entwicklung geschlossener Waldmäntel gelegt werden. Als Voraussetzung für einen individuenreichen Greifvogelbesatz muß das landwirtschaftlich genutzte Umland einen höheren Anteil von Dauerfutterflächen (verstärkter Luzerneanbau) aufweisen.

FFH-RICHTLINIE:

... hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern und zu schützen. Die Vernetzung dient der Bewahrung, (Wieder-)herstellung und Entwicklung ökologischer Wechselbeziehungen sowie der Förderung natürlicher Ausbreitungs- und Wiederbesiedelungsprozesse.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 12. Oktober 2010 um 14:30 Uhr